Im Unternehmensporträt, das STATEC im Juli 2026 veröffentlichte, zeichnet sich die Industrie durch eine höhere Überlebensrate nach fünf Jahren aus. Von den 2008 gegründeten Industrieunternehmen waren 2013 noch rund 54 % aktiv. Bei den 2018 gegründeten Unternehmen lag dieser Anteil 2023 bei knapp 70 %. Die Veränderung ist deutlich, doch die drei Daten müssen zusammen betrachtet werden: Gründung, Beobachtung und Veröffentlichung.
Zwei Gründungskohorten, derselbe Rückblick
Der Vergleich umfasst zwei unterschiedliche Gruppen, die jeweils fünf Jahre lang beobachtet wurden. Er misst daher nicht den Anteil der Unternehmen von 2008, die fünfzehn Jahre später noch bestehen. Ebenso wenig beschreibt er, was aus den 2026 gegründeten Unternehmen wird.
STATEC stellt auch im Beherbergungs- und Gastgewerbe eine Verbesserung fest: von etwa 52 % auf 57 %. Im Transport- und Lagerwesen sinkt der Anteil dagegen von ungefähr 55 % auf 49 %. Die Ergebnisse unterscheiden sich je nach Sektor: Eine einzige Zahl für „Unternehmerinnen und Unternehmer“ würde einen Teil des Befunds ausblenden.
Der Unterschied in der Industrie beträgt etwa 16 Prozentpunkte. Um die Größenordnung anschaulich zu machen, kann man sich zwei Gruppen mit jeweils hundert Unternehmen vorstellen: Am Ende der ersten Beobachtungsperiode wären noch rund 54 aktiv, gegenüber knapp 70 in der zweiten. Das veranschaulicht die veröffentlichten Anteile, nicht die tatsächliche Zahl der beobachteten Unternehmen.
Überleben heißt, aktiv bleiben
Die statistische Terminologie ist präziser als der alltägliche Sprachgebrauch. Eurostat definiert das Überleben anhand der Fortführung der Tätigkeit, die anhand von Beschäftigung, Umsatz oder Investitionen erfasst wird. Ein Unternehmen kann auch dann als überlebend gezählt werden, wenn seine Tätigkeit auf eine neu gegründete rechtliche Einheit übertragen wird, die eigens dafür geschaffen wurde, seine Produktionsmittel zu übernehmen.
Der Indikator beschreibt also nicht nur, ob ein Name auf einem Firmenschild fortbesteht. Er soll einer wirtschaftlichen Tätigkeit folgen. Die europäische Methodik unterscheidet außerdem eine echte Unternehmensgründung von Veränderungen, die ausschließlich aus einer Fusion, einer Aufspaltung oder einer Umstrukturierung hervorgehen.
Diese Definition erklärt, warum die Überlebensrate allein keinen Aufschluss über den Erfolg gibt. Dass ein Unternehmen weiter tätig ist, sagt für sich genommen nichts über seine Rentabilität, die Vergütung der Geschäftsführung oder die Entwicklung der Beschäftigtenzahl aus. Dafür sind andere Indikatoren erforderlich.
Ein Vergleich, der die richtigen Fragen aufwirft
Für jemanden, der die Gründung eines Unternehmens erwägt, liefert das Ergebnis für die Industrie einen sektorspezifischen Kontext, aber keine persönliche Wahrscheinlichkeit. Um den Unterschied zwischen den Gründungskohorten zu verstehen, müsste man unter anderem ihre Zusammensetzung und ihr wirtschaftliches Umfeld untersuchen. Aus dem dargestellten Vergleich lässt sich keine einzelne Ursache ableiten.
Sein Wert liegt anderswo: Er regt dazu an, Unternehmensgründungen über den Start hinaus zu verfolgen. Neue Unternehmen zu zählen und zu betrachten, was fünf Jahre später aus ihnen geworden ist, beantwortet zwei unterschiedliche Fragen. Eine Förderpolitik kann beide Perspektiven benötigen, ohne fortgeführte Geschäftstätigkeit, geschaffene Arbeitsplätze und erzielten Gewinn miteinander gleichzusetzen.
Quellen
- STATEC, Un portrait chiffré des entreprises au Luxembourg, Ausgabe Juli 2026, Seiten 13–14.
- Eurostat, Business demography: Definitionen und Methodik.
Quellen abgerufen am 21. Oktober 2026.






