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Cyclocross-EM: Marie Schreiber als Erste über die Ziellinie, Zweite in der Wertung

Marie Schreiber überquerte in Zeddam als Erste die Ziellinie, doch das Kampfgericht stufte sie nach dem Schlusssprint zurück. Lucinda Brand gewinnt den Europameistertitel; die Luxemburgerin wird Zweite.

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Marie Schreiber im Januar 2026 in Maasmechelen; Archivfoto.
Bildquelle und Lizenz
Hoebele — Wikimedia Commons — CC BY-SA 4.0

Marie Schreiber überquerte in Zeddam als Erste die Ziellinie, gewinnt aber nicht den Europameistertitel im Cyclocross. Nach Prüfung des Schlusssprints stufte das Kampfgericht sie auf den zweiten Platz zurück: Lucinda Brand holt Gold, Ceylin del Carmen Alvarado komplettiert das Podium. Die Abweichung zwischen der Reihenfolge im Zieleinlauf und der gewerteten Rangliste erklärt das Ergebnis – ohne die Leistung der Luxemburgerin im Rennen zu schmälern.

Als Erste über die Ziellinie, Zweite in der Wertung

Am 7. November überquerte Schreiber nach sieben Runden vor Brand die Ziellinie. Ihre Zielzeit wurde mit 51 Min. 37 Sek. angegeben. Die Reihenfolge im Zieleinlauf entspricht jedoch nicht zwangsläufig der endgültigen Wertung: Das Kampfgericht kann ein Manöver ahnden, das es als regelwidrig beurteilt, und die vergebenen Plätze ändern.

Genau das geschah beim Sprint der beiden Fahrerinnen. Laut dem Bericht von RTL befand das Kampfgericht, Schreiber habe ein regelwidriges Manöver ausgeführt. Das niederländische Medium WielerFlits präzisiert, sie sei von ihrer Linie abgewichen. Es gilt daher, die gesicherte Tatsache – Schreiber wurde zurückgestuft – von der in den Berichten geschilderten Beschreibung ihrer Fahrlinie zu unterscheiden.

Das endgültige Ergebnis weist Brand den Titel, Schreiber Silber und Alvarado Bronze zu. Letztere kam laut RTL 17 Sekunden später ins Ziel. Schreiber wurde also nicht vom Rennen ausgeschlossen: Ihre Platzierung wurde nach dem Zieleinlauf geändert, und sie wird in der Meisterschaft als Zweite geführt.

Ein Rennen, das zunächst von Schreiber geprägt wurde

Die Entscheidung des Kampfgerichts fasst den sportlichen Rennverlauf nicht zusammen. Schreiber startete schnell und lag bereits in der ersten Runde allein in Führung. Laut RTL hatte sie zu diesem Zeitpunkt 13 Sekunden Vorsprung. Der Rundkurs war knapp drei Kilometer lang und wurde von den Fahrerinnen siebenmal absolviert.

Hinter ihr fuhren Brand und Alvarado gemeinsam und verringerten den Abstand nach und nach. Danach änderte sich der Rennverlauf: Brand verlor nach einem Sturz den Anschluss, dann holte Alvarado zu Schreiber auf. Auch Brand schloss zu den beiden Fahrerinnen auf. In den letzten Runden kämpfte das Trio um die Führung und hatte laut RTLs Bericht rund eine Minute Vorsprung auf die Vierte.

In der siebten Runde fiel Alvarado nach einem Sturz zurück. Der Titel wurde daraufhin zwischen Schreiber und Brand entschieden. Schreiber überquerte nach ihrem Sprintduell als Erste die Ziellinie, doch die vom Kampfgericht festgelegte Wertung vertauschte die beiden ersten Plätze.

Eine Strecke, auf die Schreiber sich vorbereitet hatte

Bei dem Rennen ging es nicht nur um die Zielgerade. In einer Vorberichterstattung am Vortag beschrieb RTL Today einen rund drei Kilometer langen Rundkurs, zu dessen markanten Abschnitten eine Treppe mit 99 Stufen gehörte, die für diese Europameisterschaften restauriert worden war. In Zeddam fanden bereits 2006 die Weltmeisterschaften statt. Dieser Streckenabschnitt verdeutlicht, welche Rolle Laufpassagen in einem eigentlich als Radrennen ausgetragenen Wettbewerb spielen.

In dieser Vorschau sagte Schreiber, dass sie die lange Treppe möge und sich zur Vorbereitung auf das Rennen alte Aufnahmen von Rennen in Zeddam angesehen habe. RTL hob auch ihre Konstanz hervor: Zum Stand vom 6. November hatte sie bei allen Rennen, an denen sie während der Saison teilgenommen hatte, einen Podiumsplatz erreicht. Das Medium erwähnte insbesondere ihren Sieg Mitte Oktober im belgischen Meulebeke. Diese Angaben geben Aufschluss über ihre Form vor der EM; sie machen aus einer Favoritin keine vorab feststehende Siegerin. Auf der Strecke führte ihre lange Zeit an der Spitze schließlich zum Duell mit Brand.

Eine Silbermedaille, die Schreiber bei der Siegerehrung nicht entgegennahm

Schreiber nahm nicht an der Siegerehrung teil. RTL berichtet, sie habe aus Protest gegen die Entscheidung das Podium boykottiert. WielerFlits zufolge waren bei der Zeremonie nur Brand und Alvarado anwesend. Diese Angaben belegen ihre Abwesenheit, lassen aber keine weitergehenden Rückschlüsse auf ihre persönlichen Gründe oder einen möglichen späteren Einspruch zu.

Ihre Abwesenheit bei der Zeremonie ändert nichts an der berichteten Wertung: Brand ist Europameisterin, Schreiber Zweite.

Die Europameisterschaften 2026 finden laut der Europäischen Radsportunion am 7. und 8. November in Zeddam in den Niederlanden statt. Im Frauen-Eliterennen zählt somit das Ergebnis nach der Rückstufung: Gold für Brand, Silber für Schreiber, Bronze für Alvarado. Dass Schreiber als Erste ins Ziel kam, bleibt eine Tatsache des Rennens; der Titel geht hingegen an Brand.

Quellen

Foto: Hoebele — Wikimedia Commons — CC BY-SA 4.0.

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