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Film-Caterer: Ein Team im Rhythmus des Drehs versorgen

Bei Dreharbeiten muss die Filmkantine mit wechselnden Drehorten und Zeitplänen Schritt halten. Vincent Vials Bericht zeigt, welche Herausforderungen diese mobile Verpflegung mit sich bringt.

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Verpflegung unter einem Zelt bei einer Veranstaltung des Canadian Film Centre
Bildquelle und Lizenz
Tom Sandler / Canadian Film Centre — Wikimedia Commons — CC BY 2.0

Wenn eine Szene länger dauert, kann sich das für eine bestimmte Uhrzeit geplante Essen verzögern. Bei Dreharbeiten muss die Kantine deshalb mit dem Rhythmus einer Arbeit Schritt halten, deren Ort und Zeitplan sich ändern. Der von ICI eingeholte Bericht des Film-Caterers Vincent Vial zeigt, dass die Verpflegung eines Filmteams ebenso viel mobile Logistik wie Kochen bedeutet.

Eine Küche, die mit dem Drehort mitzieht

Eine Filmkantine wird nicht unbedingt in der Nähe eines Restaurants oder einer festen Küche eingerichtet. Sie begleitet die Dreharbeiten an den jeweiligen Ort: in die Stadt, in eine abgelegene Landschaft oder auf eine Skipiste. Vincent Vial berichtet von Einsätzen mit bis zu 250 Mahlzeiten. Um diesen Bedarf zu decken, setzt sein Unternehmen La Poêle à Films mit Küchen und Ausrüstung ausgestattete Lastwagen ein. Laut seinem Bericht für ICI treffen seine Teams vier bis fünf Stunden vor dem Essen ein, um den Service vorzubereiten und aufzubauen.

Diese Vorlaufzeit vermittelt einen Eindruck von der Arbeit, die anfällt, bevor die Gäste eintreffen. Die Ausrüstung muss herangeschafft, der Zubereitungsbereich eingerichtet und die Produktion an einem Ort organisiert werden, der ursprünglich nicht als Kantine gedacht war. Mobilität ist nicht nur ein praktischer Vorteil: Sie ermöglicht es, das Essen näher an den Drehort zu bringen, während jeder Ortswechsel des Teams an einem ohnehin eng getakteten Tag Zeit kosten kann.

Das Unternehmen beschreibt sich als mobiler Verpflegungsdienst, der unter anderem in der Île-de-France, in Hauts-de-France und im Grand Est tätig ist. Es gibt an, über verschiedene Fahrzeug- und Ausrüstungskonfigurationen zu verfügen. Diese Angaben beschreiben das Angebot von La Poêle à Films und nicht eine Organisation, die bei allen Dreharbeiten oder allen Anbietern gleich ist.

Das Essen muss sich den Dreharbeiten anpassen

Die Herausforderung endet nicht mit der Zubereitung. Beim Film kann eine Szene länger dauern als geplant und der Zeitplan am Set kann sich verschieben. Dann muss das Essen an ein Team angepasst werden, dessen Arbeit nicht immer zur ursprünglich vorgesehenen Uhrzeit unterbrochen wird. Die Regisseurin Lauriane Escaffre erzählt ICI, dass sie bei einem Dreh um 10:45 zu Mittag gegessen hat. Dieses Beispiel zeigt eine mögliche Essenszeit, nicht eine allgemeine Regel der Branche.

Die Kantine muss außerdem vermeiden, zu einem zusätzlichen Weg zu zwingen. In dem von ICI verbreiteten Bericht betont Escaffre, wie wichtig es ist, sie möglichst nahe am Arbeitsort einzurichten. Ein kürzerer Weg zwischen Drehort und Essen trägt dazu bei, die für die Pause verfügbare Zeit zu bewahren. Die Herausforderung besteht also darin, Nähe, einen praktischen Aufbau und Flexibilität zu verbinden – selbst wenn die Kulisse ungewöhnliche Bedingungen mit sich bringt.

Flexibilität betrifft auch das Angebot. Vincent Vial erklärt, dass dem ganzen Team, einschließlich Schauspielerinnen und Schauspielern sowie Technikerinnen und Technikern, dasselbe Essen angeboten wird – mit vegetarischen Alternativen und Anpassungen bei Allergien oder bestimmten Ernährungsweisen. Dem Bericht zufolge gibt es eine gemeinsame Kantine, statt Mahlzeiten je nach Position im Abspann zu organisieren. Die unterschiedlichen Bedürfnisse erfordern jedoch, die Anpassungen bei der Vorbereitung des Services einzuplanen.

Ein Team versorgen, nicht nur Teller füllen

Die Verpflegung beschränkt sich nicht auf die Hauptmahlzeit. Die Teams können auch zwischen zwei Szenen etwas essen, etwa am Tisch der Aufnahmeleitung. Der Regisseur Yvo Muller berichtet, dass an die Stelle von Süßigkeiten Snacks wie Kerne getreten sind. ICI erwähnt außerdem vorbereitetes Obst und Mandeln. Diese Veränderung betrifft das, was tagsüber außerhalb des Mittagessens verfügbar ist: ein Detail der täglichen Organisation, aber kein ausreichender Indikator, um allein daran die Entwicklung der gesamten Filmverpflegung zu messen.

Vincent Vial beschreibt auch, dass zunehmend auf den Einkauf biologischer Produkte und die Verringerung von Einwegverbrauchsmaterial geachtet wird. La Poêle à Films hebt seinerseits frische, möglichst regionale Produkte sowie Abfallbewirtschaftung und -trennung, kurze Lieferketten und saisonale Produkte hervor. Das Unternehmen stellt diese Verpflichtungen selbst dar; sie geben für sich genommen weder Aufschluss über den genauen Anteil dieser Produkte an den einzelnen Mahlzeiten noch über die bei einem bestimmten Dreh erzielten Umweltergebnisse.

Diese Unterscheidung ist wichtig, denn Absichten müssen sich in praktischen Entscheidungen niederschlagen: bei der Beschaffung, der Menüauswahl, der Organisation des Services und der Abfallbewirtschaftung. Ein Dreh fernab der üblichen Lieferanten kann andere Einschränkungen mit sich bringen als ein Dreh in der Stadt. Das Versprechen einer mobilen Küche muss sich daher mit den konkreten Bedingungen des Ortes und des Zeitplans vereinbaren lassen.

Flexibilität als berufliche Kompetenz

In seinem Gespräch betont Vincent Vial, wie wichtig es ist, flexibel und anpassungsfähig zu sein. Der Begriff fasst eine Arbeit zusammen, bei der der Essensplan von einem anderen Zeitplan abhängt: dem der Aufnahmen. Eine verschobene Pause kann eine Neuorganisation des Services erforderlich machen; an einem abgelegenen Ort müssen die nötigen Mittel herangeschafft werden, statt auf eine bereits vorhandene Küche zurückzugreifen.

ICI zufolge kann eine Ausbildung in der Küche oder im Service auf diesen Beruf vorbereiten, zu dem auch die Freude am Unterwegssein und an der Anpassung gehört. Vials Werdegang ist besonders: Er wuchs in dem 1987 von seinem Vater gegründeten Familienunternehmen auf und übernahm es später. Seine Geschichte gibt Einblick in ein Unternehmen und das Berufsleben eines Einzelnen, reicht aber nicht aus, um die Werdegänge aller Film-Caterer zu beschreiben.

Hinter der Verpflegung eines Teams steht also eine mobile Organisation, die Ort, Zahl der Gäste, Ernährungsbedürfnisse und Änderungen im Zeitplan miteinander in Einklang bringen muss. Die Kantine bleibt hinter den Kulissen, doch ihr Standort und ihr Betrieb tragen zum praktischen Ablauf eines Drehtages bei.

Referenzen

Verpflegung bei der Veranstaltung des Canadian Film Centre während des Filmfestivals von Toronto 2013. Symbolbild.

Bildnachweis: Tom Sandler / Canadian Film Centre — Wikimedia Commons — CC BY 2.0.

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