Kurz vor den Feiertagen bietet SwitchBot eine Außenbeleuchtung an, die nicht im Januar wieder abgenommen werden soll. Das System Permanent Outdoor Lights kombiniert farbige Lichtsegmente und weiße LEDs und lässt sich so von saisonaler Dekoration auf alltägliche Beleuchtung umstellen. Wie sinnvoll das ist, hängt jedoch ebenso von der Montage und den verfügbaren Steuerungsmöglichkeiten ab wie von den angekündigten Farben.
Eine 30 Meter lange Lichtstrecke
Das von SwitchBot vorgestellte Set umfasst sechs fünf Meter lange Segmente, also insgesamt 30 Meter Beleuchtung. Verlängerungen können unbeleuchtete Abschnitte hinzufügen, sodass die gesamte Strecke bis zu 36 Meter lang ist. Die Installation ist für die Befestigung unter einem Dachüberstand oder entlang einer Veranda, eines Balkons oder einer Pergola gedacht. Sie ist also für einen festen Platz vorgesehen und nicht als Lichterkette, die je nach Jahreszeit umgehängt wird.
Die RGBIC-LEDs können mehrere Farben gleichzeitig darstellen und Farbverläufe oder Animationen erzeugen. Das Kürzel bezeichnet hier eine Beleuchtung, bei der sich verschiedene Zonen separat steuern lassen, statt dem gesamten Band eine einheitliche Farbe vorzugeben. In der Festtagszeit ermöglicht das vielfältigere Gestaltungen als eine einfache, durchgehende Farbänderung.
Das System verfügt außerdem über eigens für Weißlicht vorgesehene LEDs in warmen oder kühlen Farbtönen. SwitchBot gibt eine einstellbare Farbtemperatur zwischen 2 700 und 6 500 Kelvin sowie eine maximale Helligkeit von 2 600 Lumen für das gesamte Set an. Diese Zahlen stammen vom Hersteller: Sie bieten Anhaltspunkte für den Einstellbereich und den angegebenen Lichtstrom, beschreiben aber nicht allein die Beleuchtung, die an einer Fassade oder auf einer Terrasse erzielt wird. Das Ergebnis hängt unter anderem von der Höhe, der Ausrichtung und der beleuchteten Fläche ab.
Matter vereinfacht die Integration, aber nicht alle Funktionen
Die Lichterketten verbinden sich per WLAN und unterstützen Matter, den Standard, der vernetzte Geräte mit mehreren Smart-Home-Ökosystemen kompatibel machen soll. Laut SwitchBot ist kein Hub der Marke erforderlich. Für die Einbindung in ein Smart-Home-System braucht man dennoch einen kompatiblen Matter-Controller, zum Beispiel ein Haushaltsgerät, das diese Funktion erfüllt.
Matter kann die von Plattformen wie Apple Home, Google Home, Alexa oder Home Assistant unterstützten Steuerungs- und Automatisierungsfunktionen erleichtern. Kompatibilität bedeutet aber nicht, dass jede Drittanbieter-App sämtliche Optionen der SwitchBot-App bietet. Um Animationen auszuwählen oder Effekte präzise einzustellen, bleibt diese laut Hersteller die vorgesehene Steuerungszentrale. Der Standard stellt eine gemeinsame Sprache für Geräte bereit; er sorgt nicht automatisch dafür, dass die Funktionen der einzelnen Hersteller identisch sind.
Auch eine kabelgebundene Steuerung ist vorgesehen. Mit ihr lassen sich die Lichter ein- und ausschalten und zehn Helligkeitsstufen auswählen, ohne WLAN zu nutzen. Zeitpläne und Timer werden dagegen in der App eingerichtet. Diese Unterscheidung ist nützlich: Die grundlegenden Steuerungsfunktionen sind physisch zugänglich, während die Programmierung von der Software abhängt.
Matter ist auf lokale Konnektivität ausgelegt, doch der Fernzugriff hängt von der Ausstattung im Haushalt und den Diensten der Plattformen oder des Herstellers ab. Die Connectivity Standards Alliance, die den Standard verwaltet, erklärt, dass ein Matter-Gerät ohne eigene Internetverbindung einen mit dem Internet verbundenen Controller benötigt, um außerhalb des Hauses gesteuert zu werden. Die Kompatibilität allein garantiert daher nicht in jeder Konfiguration eine Fernsteuerung.
Eine Außeninstallation will geplant sein
SwitchBot gibt für die Leuchten die Schutzart IP67 und für den Controller und das Netzteil IP65 an. Diese Schutzarten gelten also nicht unterschiedslos für alle Bestandteile des Sets: Das Steuergerät und das Netzteil haben jeweils ihre eigene Schutzklasse. Bei einer dauerhaften Installation muss man auch ihren Standort und die Kabelführung berücksichtigen, statt die gesamte Anlage so zu behandeln, als hätten alle Komponenten den gleichen Schutz wie die Lichtsegmente.
Für die Befestigung stehen 3M-Klebeband und Schrauben zur Verfügung; welche Methode geeignet ist, hängt vom Untergrund ab. Eine dauerhafte Montage kann es ersparen, die Lichterketten bei jedem Jahreszeitenwechsel abzunehmen und wieder anzubringen. Dafür muss man von Anfang an die Strecke, die Stromanschlüsse und die Stellen planen, an denen die Bedienelemente zugänglich bleiben sollen. Der praktische Vorteil zeigt sich also erst nach einer ersten Installation, die dadurch nicht entfällt.
Auch die Fragen zu Updates, Fernbetrieb und Datenschutz sind mit Matter allein nicht geklärt. Die CSA betont, dass der Datenschutz auch von den Schutzmaßnahmen der Hersteller und Dienstanbieter abhängt. Bei einer Außenbeleuchtung betrifft die Wahl zwischen der Marken-App und einer Smart-Home-Plattform daher sowohl die gewünschten Steuerungsmöglichkeiten als auch die Dienste, die man zu nutzen bereit ist.
Für wen dieses Format geeignet sein könnte
Das Produkt richtet sich vor allem an Menschen, die dekorative Beleuchtung das ganze Jahr über installiert lassen möchten und einen geeigneten Platz für eine lange Strecke haben. Die weißen LEDs ermöglichen außerhalb der Feiertage eine dezentere Nutzung; die RGBIC-Effekte dienen dagegen eher dazu, bestimmte Stimmungen zu schaffen. Beschränkt sich der Bedarf auf einige Wochen Dekoration, erspart eine abnehmbare saisonale Lichterkette, dauerhaft einen Teil der Fassade für die Installation zu reservieren.
SwitchBot verkauft das Set in Frankreich zum angekündigten Preis von 199,99 Euro, wie Clubic berichtet. Im internationalen Shop der Marke wird eine europäische Variante angeboten; Preis und Kaufbedingungen können jedoch je nach Markt variieren. Der Preis allein reicht nicht aus, um das System mit anderen Lösungen zu vergleichen: Auch die tatsächlich benötigte Länge, das Zubehör und die Art der Befestigung müssen berücksichtigt werden.
Bei der Entscheidung geht es weniger um die Frage „vernetzt oder nicht“ als um eine Kombination konkreter Rahmenbedingungen: die abzudeckende Länge, der Zugang zu einer Stromversorgung, die gewünschten Steuerungsmöglichkeiten und die bereits vorhandene Smart-Home-Integration. Die angegebenen Eigenschaften lassen ein vielseitig einsetzbares System erwarten; wie nützlich es im Alltag ist, hängt davon ab, wie gut es sich an das Gebäude anpasst und welche Funktionen im gewählten Ökosystem verfügbar sind.
Quellen
- Produktvorstellung von SwitchBot
- Häufig gestellte Fragen der Connectivity Standards Alliance zu Matter
- Ankündigung und von Clubic berichtete technische Daten
Ein weihnachtlich geschmücktes Haus in der New Street. Symbolfoto, nicht das SwitchBot-System.
Bildnachweis: Steve Daniels — Wikimedia Commons — CC BY-SA 2.0.






