An Se-young hat am 8. November in Yeosu die Korea Open gewonnen. Sie besiegte die Japanerin Akane Yamaguchi in drei Sätzen mit 21-12, 15-21, 21-16. Damit holte die Südkoreanerin ihren elften internationalen Titel des Jahres. Mit dieser Gesamtzahl stellte sie einen 2019 aufgestellten Rekord ein, den sie bereits 2025 selbst egalisiert hatte.
Dieses Finale war keine Formsache. An, die Nummer eins der Weltrangliste, überließ Yamaguchi den zweiten Satz, bevor sie sich im Entscheidungssatz wieder die Oberhand verschaffte. Der Spielstand erzählt von einer Leistung in drei Phasen: einem souveränen ersten Satz, einer klaren Antwort der Nummer zwei der Weltrangliste und schließlich einer ausreichenden Wiedererlangung der Kontrolle, um das Match zu beenden.
Ein Finale, das bis zum dritten Satz umkämpft war
An hatte den ersten Satz mit 21-12 gewonnen. Yamaguchi drehte im zweiten Satz das Momentum und gewann ihn mit 21-15, ehe sich die Südkoreanerin im Entscheidungssatz mit 21-16 durchsetzte. Nachdem sie den zweiten Satz verloren hatte, musste An also den dritten Satz gewinnen, um die Trophäe zu holen.
Dem ausführlichen Spielbericht der südkoreanischen Nachrichtenagentur Yonhap zufolge baute An im Entscheidungssatz zunächst einen Vorsprung auf und vergrößerte ihn, nachdem sie mit 11-9 geführt hatte. Yamaguchi kam zurück, konnte den Rückstand laut diesem Bericht aber nicht auf weniger als drei Punkte verkürzen. Das von den Quellen gemeldete offizielle Ergebnis ist eindeutig; diese wenigen Spielzüge geben einen Einblick in den Wendepunkt, ersetzen jedoch keine umfassende technische Analyse des Finales.
Auch die bisherige Bilanz der beiden Spielerinnen ist für die Einordnung des Ergebnisses relevant. Laut Yonhap und RTL hat An ihre letzten elf Begegnungen mit Yamaguchi gewonnen. Dadurch war das Finale jedoch nicht vorhersehbar: Wie RTL in Erinnerung ruft, gewann Yamaguchi den zweiten Satz und das Finale der Korea Open 2025. Das Match in Yeosu bestätigt somit Ans Sieg, aber auch die Fähigkeit ihrer Rivalin, ihr das Spiel streitig zu machen.
Elf Titel: eine Orientierung, keine einheitliche Kategorie
Die Zahl elf muss genauer eingeordnet werden. Yonhap bezeichnet sie als Rekord für elf internationale Titel in einem Kalenderjahr. Kento Momota stellte diesen Rekord 2019 auf, bevor An ihn 2025 selbst egalisierte. Das bedeutet nicht, dass sie elf Turniere der World Tour gewonnen hat.
Laut der Nachrichtenagentur verteilen sich Ans Erfolge in diesem Jahr auf acht Turniere der BWF World Tour und drei Titel bei bedeutenden Wettbewerben: den Asienmeisterschaften, den Weltmeisterschaften und den Asienspielen in Aichi-Nagoya. Diese Kategorien auseinanderzuhalten, verhindert eine Verwechslung der Zahl internationaler Titel mit der Zahl der Siege bei World-Tour-Stationen allein.
Die Gesamtzahl ist Teil einer besonders dicht gedrängten Saison. Yonhap berichtet, dass An von 72 Matches in dieser Saison nur eines verloren hat: das Finale der All England gegen die Chinesin Wang Zhiyi im März. Auch RTL erwähnt diese Niederlage und präzisiert, dass An sich beim Japan Open verletzt zurückgezogen hat. Diese Angaben vermitteln einen Eindruck von ihrer Konstanz, rechtfertigen aber nicht, eine ganze Saison auf eine Siegesserie zu reduzieren: Spielpläne, Wettbewerbe und Teilnahmebedingungen unterscheiden sich.
Ein Heimsieg nach anfänglichem Zögern
Die Korea Open hatten eine besondere Bedeutung: Der Wettbewerb fand in Ans Heimatland Südkorea statt. Yonhap berichtet, dass die Spielerin wegen ihrer Müdigkeit erwogen hatte, nicht teilzunehmen, sich dann aber dafür entschied, vor heimischem Publikum zu spielen. Nach dem Finale brachte sie ihre Freude darüber zum Ausdruck, zu Hause gewonnen zu haben, und bedankte sich bei den Fans. Auch RTL berichtet, dass sie gesagt habe, sie empfinde besonderen Stolz, weil es ihr Heimturnier sei.
Laut Yonhap sind die Korea Open das einzige südkoreanische Turnier im BWF World Tour. Das erklärt, weshalb diese Station im nationalen Kalender eine besondere Stellung hatte, ohne dass man sie deshalb als Sieggarantie oder Wendepunkt ihrer Karriere darstellen müsste. An hatte das Turnier der südkoreanischen Nachrichtenagentur zufolge bereits 2022 und 2023 gewonnen.
Laut RTL umfasst ihre Saison außerdem einen zweiten Weltmeistertitel, den sie im August in Neu-Delhi errang, sowie einen zweiten Titel in Folge im Dameneinzel bei den Asienspielen, im September in Nagoya. Diese Wettbewerbe haben nicht denselben Status und dasselbe Format wie die World-Tour-Stationen. Sie in einer Jahresbilanz zusammenzurechnen bedeutet, internationale Titel unterschiedlicher Art zu zählen, nicht Siege innerhalb einer einzigen Turnierserie.
Als Nächstes: die World Tour Finals im Dezember
Nach den Korea Open plant An laut Yonhap eine Erholungspause, bevor am 9. Dezember in Hangzhou, China, die BWF World Tour Finals beginnen sollen. Dieser Termin ist der nächste bestätigte, der in den Berichten über das Finale in Yeosu genannt wird. Dort hat sie die Gelegenheit, 2026 ihren zwölften internationalen Titel anzustreben.
In Yeosu hat An ihrem Jahreskonto somit einen elften internationalen Titel hinzugefügt und eine seltene Marke im Badminton der Frauen eingestellt. Das Finale selbst zeigt, was die Zahl nicht verrät: Gegen Yamaguchi musste die Nummer eins einen Satz abgeben und anschließend den dritten gewinnen, um ihren Status in einen Sieg umzumünzen.
Quellen
- „Very proud“: An wins Korea Open for 11th badminton title of year — RTL
- (LEAD) Badminton star An Se-young wins Korea Open for record-tying 11th int'l title — Yonhap News Agency
An Se-young und Sung Ji-hyun bei ihrem Halbfinale der Chinese Taipei Open 2019. Archivfoto, nicht zu verwechseln mit dem Finale von Yeosu im November 2026.
Foto: De-Shao Liu (Terry850324) — Wikimedia Commons — CC BY-SA 4.0.






